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Was macht eigentlich ein Innovationsmanager?

  • 08.02.2021

  • Category: Jobsuche

Die Liste der Berufe, die vor einem Jahrzehnt noch niemand kannte, ist lang. In diese Liste reiht sich ganz unauffällig auch der Beruf Innovationsmanager ein. Der was? Sowohl beim Begriff Innovation als auch beim Begriff Manager gehen einige Lampen an, aber was hat die Kombination von beidem auf dem Arbeitsmarkt zu suchen? Ein Unternehmen muss heute viele Anforderungen erfüllen, um langfristig erfolgreich unterwegs zu sein. Entweder es ist Spezialist für eine Marktlücke, es beherrscht Marketing wie kein Zweiter oder es bleibt eben auf dem Laufenden und orientiert sich an der Nachfrage des Marktes. Genau da kommt der Innovationsmanager ins Spiel.

junger Mann mit Wunderkerze

In fast jedem Wirtschaftsbereich existieren Ideen wie Sand am Meer. Kaum publiziert eine Fachzeitschrift Entwicklungen in einem bestimmten Sektor, schießen Nachahmer hervor, wie Pilze nach dem Regen im Herbst. Für Unternehmen bedeuten diese schnellen Entwicklungen eine große Herausforderung: Was vielleicht heute funktioniert, kann in einem halben Jahr bereits vom Markt sein. Um Neuentwicklungen also nachhaltig zu beurteilen, Projekte zur Umsetzung von vielversprechenden Innovationen zu realisieren und die Ideenflut in eine produktive Richtung zu leiten, braucht es personelle Ressourcen. Das ist die Geburtsstunde eines neuen Jobs: Der Innovationsmanager.

Aber auch wenn der Hintergrund jetzt klarer ist: Was genau macht so ein Innovationsmanager im Unternehmen eigentlich? Wie sehen die tagtäglichen Aufgaben aus? Gibt es konkrete Studiengänge für diesen Job oder hast du vielleicht sogar als Quereinsteiger Chancen? Und ist der reale Berufsalltag wirklich so interessant, wie er klingt oder erwartet dich ein Job am Schreibtisch? Die Antworten auf diese Fragen geben dir einen ersten Einblick in den Job als Innovationsmanager. Vielleicht entdeckst du so eine neue Möglichkeit für deinen ersten Job nach dem Studium. Viel Erfolg!

Innovationsmanager im Unternehmen: Was sind die Aufgaben?

Auch wenn sich der Titel Innovationsmanager noch so schön anhört: Wichtig ist, welche Aufgaben sich konkret im Berufsalltag dahinter verbergen. Falls du erwartest, als neuer Daniel Düsentrieb ständig Innovationen zu entwickeln, wirst du leider enttäuscht. Deine Aufgaben sehen nämlich stattdessen das Management vor. Und dazu gehören zum Beispiel folgende Punkte:

  • Analyse von Bedürfnissen und langfristigen Perspektiven des Marktes. Hierfür brauchst du ein enormes Hintergrundwissen.
  • Beobachten der Konkurrenz und Marktveränderungen. Wie ändert sich die Nachfrage, was hat vielleicht schon funktioniert und was eher nicht?
  • Konkrete Planung und Optimierung von Herstellungsprozessen und Arbeitsabläufen.
  • Entwicklung eines betriebsinternen Innovationsmanagements und standarisierten Prozessen.
  • Mitarbeit in der Vorbereitung des Marketings von Innovationen.

Zugegeben, diese Aufgaben im Unternehmen hören sich nicht unbedingt spannend an. Du kannst dir allerdings ein realistisches Bild machen, wenn du den einzelnen Aufgaben ein bestimmtes Produkt zuordnest. Bei dem gesamten Entwicklungszyklus arbeitest du als Innovationsmanager Team- und Abteilungsübergreifend mit verschiedensten Personen zusammen. Auch Dienstreisen und Besuche von Produktionsstätten gehören zu deinem Aufgabenspektrum. Um einen tiefergehenden Einblick in den Job eines Innovationsmanagers zu bekommen, ist das Praktikum allerdings immer noch das Mittel der Wahl.

Job als Innovationsmanager: Welche Voraussetzungen gibt es?

Du kannst dir vorstellen, in einem Unternehmen in der Produktentwicklung Prozesse von der Idee bis zur Umsetzung und Vermarktung zu begleiten? Gerade wenn du dich noch im Studium befindest oder mit der Idee einer Weiterbildung spielst, hast du gute Voraussetzungen, deinen Bildungsweg in eine entsprechende Richtung zu lenken. Insbesondere Ingenieure und Betriebswissenschaftler haben sehr gute Chancen, mit einem entsprechenden Masterstudiengang als Innovationsmanager Fuß zu fassen. Allerdings musst du hier mit hohen Anforderungen rechnen, da die Nachfrage hoch und das Angebot begrenzt ist. Erste Anlaufstellen für den Studiengang des Innovationsmanagers sind die Universitäten und Hochschulen in Esslingen, Ludwigshafen, Oldenburg und Bonn-Rhein-Sieg.

Aber nicht nur das spezielle Aufbaustudium lässt dich in diesem Beruf Fuß fassen. Auch bestimmte Weiterbildungen zu Managementkenntnissen in Verbindung mit Berufserfahrung sind sehr gute Voraussetzungen. Insbesondere Fachkräfte in den Bereichen Entwicklung, Management, Maschinenbau, Produktionsleitung und Wirtschaftstechnik werden gerne fortgebildet und eingesetzt. Neben der fachlichen Expertise gibt es aber auch bestimmte Soft Skills, die dir deine Aufgaben als Innovationsmanager erleichtern. Das sind beispielsweise die Folgenden:

  • Frustrationstoleranz. In der Produktentwicklung werden von 99 Prototypen nur eines auf den Markt gebracht. Und das ist noch untertrieben. Deswegen solltest du einen langen Atem haben und auch mit Misserfolgen umgehen können.
  • Kommunikationsfähigkeit. Als Innovationsmanager arbeitest du stark vernetzt und sprichst mit allen Ebenen des Unternehmens, sowie mit betriebsfremden Kontaktpersonen.
  • Kreativität und Organisationstalent. Diese Mischung ist selten, für einen Innovationsmanager gehört allerdings beides zu den täglichen Aufgaben.
  • Entscheidungsfreudigkeit. Risiken bewerten, kommunizieren und eingehen: Das ist dein tägliches Brot. Dazu gehört auch eine Portion Überzeugungskraft.

Als Innovationsmanager bist du also nicht der verschrobene Entwickler hinter dem Schreibtisch, sondern Kommunikationstalent, Fachexperte und Organisator ein einer Person. Das ist eine herausfordernde, aber auch spannende Aufgabe.

Vor- und Nachteile: Das erwartet dich als Innovationsmanager

Selbst der spannendste Job bringt auch immer Tage mit sich, an denen Routineaufgaben erledigt werden müssen. Manchmal treten sogar ganze Wochen auf, in denen nichts Interessantes passiert. Deswegen gilt: Den perfekten Job gibt es nicht. Nur die passende Besetzung. Ob du als Innovationsmanager im Unternehmen glücklich wirst, erfährst du letztlich nur durch einen praktischen Einblick. Die folgenden Punkte können dir allerdings erste Hinweise geben.

#1 Positive Seiten als Innovationsmanager: Deswegen lohnt es sich

Beim Beruf als Innovationsmanager kannst du auch in einem technischen Beruf deine kreative und soziale Ader ausleben. Das ist, insbesondere in etablierten Unternehmen selten zu finden. Gerade wenn du dich in hohem Maße mit den Produktionsprozessen identifizieren kannst und Begeisterung für den Sektor mitbringst, kannst du daher in dieser Arbeit eine erfüllende Aufgabe finden. Dazu trägt auch die Ganzheitlichkeit deiner Aufgabe als Innovationsmanager bei, da du Prozesse vom Anfang bis zum Ende begleitest und bewertest.

#2 Nachteile als Innovationsmanager: Kannst du damit leben?

 Im Gegensatz zu vielen anderen Jobs in einem Unternehmen sind deine Aufgabenbereiche als Innovationsmanager nicht klar abgegrenzt und definiert. Das liegt auch an der Neuartigkeit des Berufsbildes. Dein Job ist daher davon geprägt, was du daraus machst. Eigeninitiative, Engagement und Kontaktfreudigkeit können viel Kraft kosten. Außerdem erwarten dich je nach Größe des Unternehmens häufige Dienstreisen, Überstunden und keine festen Arbeitszeiten. Für manche ist genau das verlockend, für andere wiederum ist ein solcher Job weniger geeignet.