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Einstiegsgehalt nach Studium: Diese 5 Fehler solltest du vermeiden

Kategorie: Gehalt

Was jeder weiß: verschiedene Studiengänge bedeuten ein unterschiedliches Einstiegsgehalt. Wie sieht das aber im Einzelnen genau aus?
Und spielen beim Gehalt die praktischen Erfahrungen neben dem Studium eine Rolle? Wenn du gerade dein Studium beendest, kann dir dieser Beitrag dabei helfen, keine Fehler bei dieser wichtigen Entscheidung zu machen. Lies hier, warum es sich nicht nur finanziell lohnt, sich über das Einstiegsgehalt zu informieren. Warum du dich beim Gehalt selber einschätzen solltest. Und warum Geld nicht alles ist.

Frisch von der Uni und gleich ein Jahresgehalt jenseits der 50.000€? Davon können die meisten Absolventen nur träumen. Es sei denn, man hat sein 2. Staatsexamen als Jurist mit Bravour bestanden und heuert nach dem Studium direkt in der Hochglanz-Kanzlei an.

Für den Otto-Normal-Studenten dagegen ist das Thema des Einstiegsgehalts nach dem Studium eine wichtige Frage, über die man sich Gedanken machen sollte. Möglichst bevor Scharen von Absolventen sich auf die Unternehmen stürzen.

Wie viel man nach dem Studium verdienen möchte, ist nämlich nicht nur eine Frage der Qualifikation, sondern auch eine Frage der Einstellung. Das Gehaltsthema ist also eine ganze Ecke schwieriger als es auf den ersten Blick aussieht.

Damit du trotzdem den Überblick behältst, solltest du folgende fünf Fehler auf jeden Fall vermeiden.

1. Fehlende Recherche vor der Jobsuche

Die meisten Absolventen machen sich bis zum Ende des Studiums keine ernsthaften Gedanken darum, wie ihr Einstiegsgehalt genau aussieht.

Die lästige Frage danach, was man später verdienen möchte, wird lieber solange beiseitegeschoben, wie nur möglich. Schließlich geht es bei dem späteren Job in allererster Linie darum, dass er Spaß macht und nicht um das Gehalt.

Bei aller Bescheidenheit ist das Gehalt aber auch eine Form der Wertschätzung. Da bisher noch kein Studium bezahlt wird, hat man also schon eine ganze Menge investiert, bevor man sich zum ersten Mal auf den Arbeitsmarkt wagt. Die Frage nach dem Gehalt ist demnach sehr wohl gerechtfertigt, auch schon während des Studiums.

Wie aber findet man heraus, was andere Absolventen in der angestrebten Branche verdienen? Natürlich kann man hier, wie sonst auch immer, Dr. Google nach dem Einstiegsgehalt befragen.

Außerdem ist es eine gute Methode, sich im Freundeskreis nach dem Gehalt umzuhören. Zwar spricht niemand gerne über das Gehalt, aber einem Absolventen helfen ist eine ganz andere Sache.

Eine weitere Möglichkeit sind Online-Foren, in denen Studien veröffentlicht werden, die Aufschluss über die Einstiegsgehälter in verschiedenen Branchen geben. Allerdings ist hier Vorsicht geboten, da manche Studien eher auf Gerüchten basieren, anstatt auf Fakten.

Nichts falsch machen kannst du auf lohnspiegel.de. Dort gibt es eine Liste mit über 300 Berufen, von denen die Gehälter transparent verglichen werden. Wenn du also wissen willst, was andere nach deinem Studium verdient haben, lohnt sich ein schneller Blick auf das Einstiegsgehalt hier allemal.

2. Falsche Einschätzung der eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen

Die Frage nach dem Gehalt hängt auch immer damit zusammen, was man bereits an praktischer Erfahrung neben dem Studium mitbringt. An dieser Stelle stapeln Berufseinsteiger, die frisch von der Uni kommen, sehr tief. Dabei ist falsche Bescheidenheit bei der Frage des Einstiegsgehaltes an der falschen Stelle.

Fast jede Uni verlangt inzwischen sowohl beim Abschluss eines Bachelors als auch eines Masters ein Praxissemester oder mindestens ein Praktikum. Diese fachspezifische praktische Berufserfahrung sollte sich positiv auf das Einstiegsgehalt auswirken. Warum hast du sonst monatelang eine 40-Stunden-Woche durchgezogen, bei der die „Bezahlung“ gerade mal für einen Teller Nudeln gereicht hat?

Wer sich also Gedanken darüber macht, was er nach seinem Abschluss verdienen möchte, sollte seine Kompetenzen und Fähigkeiten kennen. Und für das passende Einstiegsgehalt auch begründen können. Damit hat man eine sichere Argumentationskette in der Hand, um bei einer Gehaltsverhandlung selbstbewusst auftreten zu können.

Also, was hast du eigentlich gemacht? Und was hat das für Auswirkungen auf dein Einstiegsgehalt? Wenn du diese Fragen ohne zu zögern beantworten kannst, bist du bestens gerüstet für den Schritt auf den Arbeitsmarkt.

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3. Angst vor der Gehaltsverhandlung

Du hast optimalerweise jetzt eine Idee davon, wie die Gehälter in der Branche aussehen, die du anstrebst.
Und daneben weißt du nun hoffentlich auch, warum dein Gehalt ein bisschen höher ausfallen darf, wenn du schon ordentlich praktische Erfahrung zusätzlich zu deinem Studium mitbringst.

Das alles wird dir aber nicht helfen, wenn du in der Gehaltsverhandlung dann doch die Flinte ins Korn wirfst, weil du nicht wie der letzte Geier wirken willst.
Und, seien wir ehrlich, das ist auch verständlich. Seit der Grundschule wird einem gepredigt, dass Bescheidenheit eine Tugend ist und jetzt soll man beim Verhandeln über das Einstiegsgehalt plötzlich auftreten wie der Erfinder der Glühlampe?

Das ist in der Tat eine schwierige Situation. Helfen wird dir hier aber nur eins. Mach dir bewusst, mit wem du da eigentlich über dein Gehalt sprichst.
In den meisten Fällen ist das kein armes Unternehmen, das am Hungertuch nagt. Sondern ein Unternehmen, das pro Jahr satte Gewinne einfährt. Wenn du also dazu beiträgst, diesen Gewinn zu erhalten, hast du auch Anspruch auf ein ordentliches Gehalt.

Wenn du allerdings bei einer Nonprofit-Organisation gelandet bist, kann das ein bisschen anders aussehen. Hier gelten meistens die Tarife des öffentlichen Dienstes und damit ist eine Gehaltsverhandlung gleich vom Tisch.

In beiden Fällen brauchst du also keine Angst zu haben, wenn es um dein Einstiegsgehalt geht. Du kannst was und dafür darfst du auch bezahlt werden.

4. Je höher, desto besser?

Gerade sollst du selbstbewusst deinen Gehaltswunsch äußern und jetzt doch einen Rückzieher machen? Nein. Es geht vielmehr darum, zu überlegen, was dir wichtig ist. Das hat nichts mit deiner Qualifikation zu tun. Fakt ist, dass Unternehmen Wertschätzung nicht nur über das Gehalt ausdrücken können. 

Ein Einstiegsgehalt ist mehr als nur die Zahl, die am Monatsende auf dem Konto steht. Was nützt dir ein volles Konto ohne die Zeit, das auch mal richtig ausnutzen zu können? Du solltest also am Ende deines Studiums schlau sein und dich nach weichen Faktoren umhören.

Das können zum Beispiel sein:

  • Flexibler Urlaub und die Möglichkeit eines Sabbatjahrs
     
  • Gleitzeit und ortsunabhängiges arbeiten
     
  • Faktoren, die zur besseren Work-Life-Balance beitragen 
     
  • Entwicklungsmöglichkeiten

Du erreichst damit gleich zwei Ziele. Erstens sorgst du dafür, dass du auch nach den ersten 10 Jahren im Berufsleben noch fit und zufrieden bist. Und zweitens signalisierst du auch dem Unternehmen, dass du kein Geier bist, sondern gescheit mit dir und den anderen umgehen möchtest.

Nur auf das Gehalt zu achten, hilft dir also gar nicht weiter. Mach nach dem Studium lieber das, was du auch wirklich lange machen willst.

5. Fixe Vorstellung vom Einstiegsgehalt

Du hast geschaut, wie viel man bei ähnlichen Studiengängen verdient? Das ist an sich sehr gut, da Recherche dir am meisten Aufschluss darüber gibt, wie verschiedene Branchen Einstiegsgehälter berechnen. Allerdings kann dir dieses Wissen auch zum Stolperstein werden.

Natürlich steht man nach dem Abschluss des Bachelors oder Masters finanziell nicht gerade auf der Sonnenseite des Kontos. Ein gut bezahlter Job nach dem Studium ist also für viele ein wichtiges Ziel. Wenn du aber nun einen Job gefunden hast, der dir richtig gut gefällt. Lohnt es sich dann, ihn wegen 2000 Euro weniger pro Jahr nicht anzunehmen? 

Du merkst, trotz aller Recherche und allen Vorbereitens ist es wichtig, nicht aus den Augen zu verlieren, dass letztlich doch das Gehalt nicht das Wichtigste ist. Schließlich hast du dein Studium begonnen, weil es dich interessiert. Und das sollte auch so bleiben.

Eine gute Mischung aus gesundem Selbstbewusstsein und dem Fokus auf die wichtigen Sachen hilft dir also dabei, das richtige Einstiegsgehalt zu finden.


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Über die Autorin: Sofia Nelles ist waschechte Digital Native und Masterstudentin an der HAW Hamburg. Sie ist begeistert von fertigen To-Do-Listen, gutem Wetter in Hamburg und Out-of-the-Box Ideen.